Fotoreportage: Herbstzauber der rumänischen Waldbahnen 2011

CFF Viceu de Sus Die Ladestelle Suligu 1989 und heute
Gemeinsam mit Bernd Seiler, dem bekannten Anbieter von speziellen internationalen Eisenbahnreisen (www.farrail.net), konnten wir im herbstlichen Oktober, einen Teil der Waldbahnen in Rumänien besuchen, die wir schon einmal im Sommer 1989 bereist hatten. Die Zeit ist jeoch auch in Rumänien nicht stehengeblieben. Bis auf die CFF Viceu de Sus sind alle Waldbahnen stillgelegt und größtenteils abgerissen worden. Die durch die Forstwirtschaft in den Tälern gefällten Bäume werden jetzt mit großen Lkw zu den Sägewerken im Tal gefahren. Einzig die kleine Bahn in Viceu de Sus konnte bis heute überleben, da es dort noch keine feste Straße in die Berge zu den Forsteinschlägen gibt. Die Produktionszüge werden aber auch dort inzwischen von Dieselloks gefahren. In den letzten Jahren entstand aber dort neben der Holzindustrie ein lukrativer Tourismusverkehr, der mit den letzten einsatzfähigen Dampflokomotiven dieser Strecke bis Faltin gefahren wird.

Übernachtung in einer Forsthütte mit Lagerfeuerin Valea Babei Der Montagszug bei Miraj
Der berühmte nur am Montag verkehrende Personenzug auf der Wassertalbahn fährt heute noch die Waldarbeiter in die Berge. Diese bleiben die ganze Woche dort oben in speziellen Forsthütten und kehren erst am Ende der Arbeitswoche mit den verladenen Holzstämmen auf der Waldbahn zurück nach Hause.

764.211 Novat Delta
Nach drei Tagen im Wassertal ging es dann für zwei Tage zur Waldbahn Covasna - Comandau. Beim Besuch 1989 war sie auf beiden Abschnitten noch voll im Einsatz. Die Tal- und Bergstrecken waren zu diesem Zeitpunkt noch mit einer einzigartigen Standseilbahn verbunden. Diese existiert heute noch in Fragmenten, wurde jedoch nach Ende der Waldbahn größtenteils zerstört.

CFF Covasna CFF Comandau
Auf dem unterem Talabschnitt ist nur noch der Abschnitt zwischen dem Touristenhotels bis zur ehemaligen Seilbahnstation erhalten. Der Abschnitt zum Sägerwerk ist abgerissen. Dort verkehrt in der Sommersaison noch ein kleiner Dieselzug was diesen Abschnitt von dem Abriss bewahrte. Für uns fuhr die kleine Budapester Dampflok 764.243 auf beiden erhaltenen Streckenabschnitten, die daraufhin per Tieflader immer wieder umgesetzt wurde. Selbst die Holzstämme als Ladegut waren extra für unsere Fahrt herangeschafft worden.

Die Industrielok "Cricior 5" in Brad Eine von 20 Loks der Bauart L45H für Indonesien
Weiter stand auf unserer Rundreise die ehemalige Industriebahn Brad-Campeni auf dem Plan. Dort wurde früher ein Großkraftwerk mit Braunkohle in schmalspurigen Selbstentladewagen versorgt. Das Kraftwerk ist zwar stillgelegt worden, doch die ehemalige Werkstätten der Industriebahn beherbergen jetzt die Eisenbahnwerkstatt von Georg Hocevar und seiner Firma CFI. Dort werden heute u.A. ehemalige Staatsbahnloks der CFR für den internationalen Markt umgebaut
Letztes Ziel war die ehemalige Schmalspurbahn der CFR von Turda nach Abrud, die im Jahre 1994 stillgelegt wurde. Auf einem kleinen Abschnitt, von Campeni nach Abrud, wird von Georg Hocevar ein kleiner Museumsbahnverkehr durchgeführt. Dort kam wieder die kleine Budapester Lok zum Einsatz .

Mein Dank gild neben Bernd Seiler,dem Organisator dieser Reise, auch an Michael Schneeberger vom Verein "Hilfe für die Wassertalbahn" (www.wassertalbahn.ch) und Georg Hocevar (www.cfi.ro) für die fachliche Betreuung und enormen logistischen Aufgaben bei dieser Tour.